Skip to content

Staatsballett Berlin – Dornröschen Salenko/Walter Version

April 8, 2015

Im Moment gibt es ja beim Staatsballett vor allem zwei Dinge, die die Gemüter bewegen. Zum einen der Umstand, dass die Tänzer im Tarifstreit gelegentlich streiken, zum anderen wird der neue Intendant Nacho Duato in der Presse nicht gerade freundlich behandelt. Bevor ich also zum eigentlich interessanten Thema komme, nämlich der Dornröschen Vorstellung am Ostermontag und einigen Themen, die damit zusammen hängen, eine kurze Positionsbestimmung, mehr für mich.

Die ganze Streikgeschichte entzündet sich offenkundig nicht unbedingt daran, dass sich die Tänzer des Staatsballetts, wie auch ihre Kollegen vom Friedrichsstadtpalast, neuerdings von Verdi vertreten lassen, sondern daran, dass der Geschäftsführer des Staatsballetts sich weigert, mit Verdi überhaupt zu verhandeln. Der Verdacht kommt auf, dass die Geschäftsleitung an einem guten Betriebsklima nicht interessiert ist. Ziel von Verhandlungen ist ja für gewöhnlich, einen Kompromiss zu erzielen, was das Ziel dabei sein soll, Verhandlungen zu verweigern, ist mir schleierhaft und kann letztlich zu keinem anderen Ergebnis führen, als dass schlimmstenfalls noch mehr gute Tänzer das Staatsballett verlassen und es für Nacho Duato erschwert wird, neue, möglichst kompetente Verstärkung für das Ensemble zu finden. Entsprechend ist es im Zuschauerinteresse, dass die Geschäftsleitung dem Spuk so schnell wie möglich ein Ende setzt und mit den von den Tänzern legitimerweise gewählten Interessenvertretern verhandelt.

Das Nacho Duato Thema ist ein bisschen komisch, letztlich war im Branchenblatt „Tanz“ ein Artikel darüber, dass Nacho Duato endlich „in Berlin ankommen soll“. Ich persönlich habe das in Berlin ankommen eigentlich für diese Spielzeit noch nicht wirklich erwartet. Als er verpflichtet wurde, war bekannt, dass er auch noch Verpflichtungen in Russland hat und sich nicht allein ums Staatsballett kümmern würde, was mein Hauptkritikpunkt seine Verpflichtung betreffend war. Nun weiß ich nicht genau, wie da die Lage nun ist, aber ich gehe davon aus, dass er nächste Spielzeit ganz in Berlin ist und da wurde ja auch bereits eine große Uraufführung angekündigt. Ich denke, es ist okay, wenn er eine Spielzeit lang Gelegenheit hat, sich in der Zusammenarbeit einen Eindruck von den Tänzern zu verschaffen, nächste Spielzeit müssen dann allerdings ein paar personelle Engpässe behoben werden, was besser geht, wenn sein Geschäftsführer ihm da keine Steine in den Weg legt. Ansonsten scheint es mir legitim, wenn er Veränderungen behutsam einführt, mir ist das jedenfalls sympathischer als wenn jemand kommt, der sich hinstellt und erklärt, dass vorher alles Mist war und er deshalb jetzt den Laden mal ordentlich auf Vordermann bringen wird. Schließlich hat Vladimir Malakhov ihm kein Trümmerfeld hinterlassen, sondern eine gute Kompagnie mit einem durchaus reizvollen, wenn auch ausbaufähigem Repertoire.

Die personellen Engpässe machen sich in dieser Spielzeit vor allem dadurch bemerkbar, dass Iana Salenko in nahezu allen Aufführungen alle großen Rollen tanzt und lediglich durch Gastauftritte oder, wie am Karfreitag, durch Krasina Pavlova entlastet wird. Was das nun eigentlich zu bedeuten hat, weiß ich nicht. Es stellen sich Fragen wie: Ist Elena Pris noch nicht wieder fit? Was ist mit Elisa Carrillo Cabrera im Klassischen? Wird sie jetzt eher fürs Zeitgenössische zuständig sein, was ja, gerade durch den Ausfall von Nadja Saidakova, ihre Kernkompetenz ist? Wer entlastet Iana Salenko dann im Klassischen? Antworten (und eigentlich schon die Fragen) sind für mich rein spekulativ, weil ich keinerlei Insider Informationen aus dem Staatsballett habe. Ich nehme an, die nächste Spielzeit wird da ein paar Antworten liefern. Ansonsten bin ich der Ansicht, dass man Nacho Duato nicht vorverurteilen sollte, sondern einfach mal ein paar Spielzeiten abwarten. Ich bin mit der jetzigen Spielzeit ganz und gar nicht unzufrieden, die Personalsituation bereitet ein wenig Sorge, aber viel mehr kann man eigentlich nicht sagen.

Beim zweiten Sehen von Dornröschen ist die Situation die, dass die Aufführung tendenziell interessanter geworden ist. Es gibt ein paar Themenbereiche, die sich etwas genauer erschließen, zum Beispiel das Entwickeln der Liebesgeschichte, was sowohl die Nacho Duato Version betrifft, als auch die Petipa Version, weil die Dramaturgie in beiden Fällen identisch ist. Zweitens, und das ist etwas komplizierter, scheint es mir interessant, das Bewegungsrepertoire etwas genauer unter die Lupe zu nehmen, dabei geht es um die Frage, wie das klassische Bewegungsrepertoire im Duatoschen Sinne erweitert wird, was diese Erweiterungen bewirken, wie ausgereift die Zusammenführung des Duato Vokabulars und des klassischen Balletts bereits ist. Meine Vermutung ist, dass die Kombination der Einflüsse interessant ist und noch Potential hat, mal sehen, ob Nacho Duato die Aktualisierung von Klassikern zukünftig selbst übernimmt oder dafür jemand anderen engagiert. Nach den Äußerungen, die man so von ihm hört, scheint das nicht unbedingt seine Lieblingsbeschäftigung zu sein.

Der dritte Punkt schließlich sind die Tänzer, sowie einige tänzerische Schwierigkeiten in Dornröschen, die aufschlussreich sind. Konkret geht es da natürlich um die berüchtigten Balancen im ersten Akt. Nun kann man sich mit der Stoppuhr hinstellen und schauen, wie lange die zuständige Primaballerina die Balancen frei stehen kann und das ist der Ansatz, der, glaube ich, in der Tanzkritik in der Regel gewählt wird. Der Ansatz ist derweil denkbar unfruchtbar und bringt Ballett dahin, dass man die tänzerische Darbietung beurteilt wie eine Eiskunstlaufkür und wir alle wissen, dass da die schwierigste Kür nicht immer die beste ist.

Krasina Pavlova zum Beispiel steht die Balancen im ersten Akt überhaupt nicht frei und die Performance ist trotzdem sauber und überzeugend. Es gibt da einen Unterschied zu den 32 Fouttées bei Schwanensee. Für die Rolle Odile ist es wichtig, dass diese 32 Fouttées spektakulär getanzt werden, weil die Figur – nicht die Ballerina – den Prinzen Siegfried beeindrucken will. Die Balancen bei Dornröschen sind etwas völlig anderes und ob sie frei gestanden werden oder nicht, ist letztlich eine inhaltliche Entscheidung: entweder die Ballerina will sagen, dass die Prinzessin noch nicht bereit ist, auf eigenen Beinen zu stehen und eigene Entscheidungen zu treffen, dann ist es sinnvoll, diese Balancen nur gestützt zu tanzen wie Krasina Pavlova. Oder die Tänzerin will zum Ausdruck bringen, dass Aurora an dem Punkt eine unabhängige junge Dame ist, die sich ihre Unabhängigkeit bewahren will und eigentlich bindungsunwillig ist, dann ist es sinnig, die Balancen frei zu stehen.
In der Theorie.
In der Praxis sind die Balancen eine Art Techniktest für die Tänzerin und werden in der Regel auch so beurteilt, so dass die Tänzerin nicht zwischen zwei inhaltlichen Varianten wählen kann, sondern es eigentlich nur um die Frage geht, ob sie sich die technische Schwierigkeit zutraut oder nicht. Ich persönlich fände es interessanter, wenn die inhaltlichen Nuancen an dem Punkt eine größere Rolle spielen könnten, denn Krasina Pavlovas Variante ist eben gerade durch das gestützte Ausführen der Balancen reizvoll und interessant. Ästhetisch ist das kein Unterschied, ich brauche als Zuschauer den Nervenkitzel nicht, ob die Ballerina das Kunststück jetzt schafft oder nicht. Wenn eine inhaltliche Entscheidung getroffen wird, finde ich die Stelle aber interessant.

Eine Untersuchung über die Zusammenführung der Nacho Duato Technik mit klassischem Ballett will ich mir lieber aufheben, weil dafür eine recht genaue Kenntnis der Aufführung notwendig ist, möglichst auch im Vergleich zu anderen Varianten, um Überlegungen anstellen zu können, warum an welchen Stellen welche Entscheidung getroffen wird. Ich unterstelle mal, dass die Entscheidungen bewusst gefällt worden sind, weil Duato selbst von Petipa ausgegangen ist, die Veränderungen werden also Gründe gehabt haben, mit denen man dann einverstanden sein kann oder nicht, die aber sicher deutbar und höchstwahrscheinlich interessant sind. Manches davon ist im klassichen Kontext ungewohnt, wie gelegentlich gerundete Rücken, was im klassischen Kontext fremder wirkt, als andere ebenfalls genrefremde Elemente wie Drehungen der Hüfte, die mutmaßlich aus dem Tango oder ähnliche lateinamerikanischen Tänzen kommen, aber überraschenderweise gar kein Stilbruch zum klassischen Ballett sind.

Also zum Inhalt: ich habe mich diesmal ja sorgfältig auf die Aufführung vorbereitet, indem ich mir vorher Walt Disneys „Sleeping Beauty“ angeschaut habe. Das ist sinnvoll, weil der Film in vielen Teilen dem Ballett folgt. Wer nicht genau weiß, was im Prolog und im ersten Akt passiert, kann sich getrost den alten Zeichentrickfilm anschauen, weil alles was im Ballett bis zum zweiten Akt passiert auch im Film passiert. Allerdings passiert nicht alles was im Film geschieht auch im Ballett. Das Problem der Liebesgeschichte: dass die beiden Liebenden sich im Märchen nicht kennen, löst Disney, indem die beiden sich treffen und ineinander verlieben, bevor der Fluch in Kraft tritt, was noch mit einer kleinen Verwechslungskomödie kombiniert wird – der Prinz glaubt, Donrröschen sei ein Bauernmädchen, weil es von den drei guten Feen, die sich als einfache Leute tarnen, versteckt wird (ein Element das in der späteren Variante „Maleficent“ mit Angelina Jolie ausführlich und erstaunlich effektiv ausgespielt wird). Der Umstand dass die beiden sich vor dem Fluch ineinander verlieben, hat zur Folge, dass im Film der hundertjährige Schlaf nur in einer kurzen sadistischen Szene der bösen Fee Maleficent (im Ballett Carabosse) mit Prinz Philipp (im Ballett: Desiré) eine Rolle spielt und sonst gestrichen wird. Dornröschen schläft im Film tatsächlich nur einen Tag lang und die Dornenhecke ist ein Zauber, der sehr schnell gewirkt wird.

Nicht alles im Film ist zwingend oder logisch, aber die Liebesgeschichte funktioniert durch diesen kleinen Kniff recht gut. Im Ballett hingegen wird das Problem gelöst, indem Dornröschen dem Prinzen durch die Fliederfee in einer Vision zugeführt wird und zumindest er sich da in die Prinzessin Aurora verliebt. Anders als im Film ist das hier reine Projektion – das ist der Nachteil daran. Der Kampf gegen die böse Zauberin wird im Film von den guten Feen und dem Prinzen gemeinsam erledigt, im Ballett macht das die Fliederfee allein, was ein Nachteil des Balletts ist und ich vermute, dass wegen des Balletts die Rolle der guten Feen auch im Film entscheidend ist. Der Prinz kämpft zwar ungestüm, aber letztlich erfolglos, bis die Feen eingreifen.

Ich bin unentschieden, was die bessere Variante ist. Die Disneyvariante löst viele Probleme, aber den hundertjährigen Schlaf zu opfern ist ein hoher Preis. Vielleicht muss man auch nicht unbedingt eine „das eine ist besser als das andere“ Entscheidung treffen. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile, perfekt ist keine davon, aber besser als das Ursprungsmärchen, so wie ich mich daran erinnere, sind beide.

Also die Tänzer. Über Krasina Pavlova und Iana Salenko habe ich ja schon im Zusammenhang mit den Balancen etwas gesagt, obwohl es da noch mehr zu berichten gibt, aber erstmal zu den kleineren Rollen.
Zunächst lässt sich sagen, dass bei den Duetten im dritten Akt alle Performer außer Maria Boumpouli und Giacomo Bevilacqua am Freitag besser drauf waren als am Montag. Die Boumpouli/Bevilacqua Kombi war sowohl am Freitag als auch am Montag makellos, der einzige Unterschied war, dass Marie Boumpouli am Freitag auf irgendeine lärmendes Kind im Pulbikum kurz reagiert hat, ohne aus der Rolle zu fallen, was mir gut gefallen hat, sich aber am Montag erübrigte, da die Kinderdichte eher gering war und die Störungen bei Erwachsenenpublikum sich ja eher in Hustenanfällen äußern.

Zu den Duetten im dritten Akt ließe sich auch choreographisch noch einiges sagen. Ich habe ja bereits gesagt, dass ich das Katzenduett bei Petipa bevorzuge, was ein bisschen seltsam ist. Das Katzenduett (Iana Balova und Ulian Topor) ist bei Nacho Duato technisch deutlich anspruchsvoller und ein gutes Beispiel für die Kombination verschiedener technischer Mittel. Zudem ist Iana Balova als Katze natürlich eine Art Typecasting und sie kann sicherlich irgendwann mal ein Handbuch darüber schreiben, wie man Katzen zu tanzen hat, also es gibt daran tänzerisch nichts auszusetzen und die Choreographie ist auch gut und durchaus spektakulär, aber komischerweise mag ich die Petipa Variante trotzdem lieber, gerade weil sie ein bisschen bescheidener und subtiler daherkommt, da werden exzessiv pas de chats (was sonst?) vorgeführt und das Ganze hat für meinen Geschmack einen etwas größeren komödiantischen Reiz, gerade durch die Einfachheit. Die Duato Variante ist mit Sicherheit schwerer zu tanzen. Das Katzenhafte kommt in beiden Varianten gut zur Geltung.

Die beiden anderen Duette: „Der blaue Vogel“ und „Rotkäppchen und der böse Wolf“ sind schwieriger, wenn es darum geht, die Unterschiede zu Petipa zu benennen. Ich glaube, da wurde tatsächlich viel übernommen. Beide Duette leisten, was sie leisten sollen – sie präsentieren das Vogelhafte-eitle. Wie gesagt, waren das Katzenduett und das Vogelduett am Freitag besser und ich meine einen bösen Blick von Marina Kanno zu ihrem Partner Nikolay Korypaev bemerkt zu haben. Jaja, es sind immer die Männer schuld. So schlimm war es aber nicht und sie können es auch fehlerfrei, das war Freitag Nachmittag zu sehen.

Nun gut, zu Sarah Mestrovic muss ich natürlich noch etwas sagen. Wenn Sarah Mestrovic einen guten Tag hat, ist sie ja schwer zu schlagen und sie hatte sowohl am Freitag als auch am Montag einen guten Tag. Das ist alles recht glamourös und mit Autorität getanzt, und ich freue mich immer, wenn sie auftaucht.

Ebenfalls einen guten Tag hatte Iana Salenko und Marian Walter. Marian Walter hat seine Sachen kraftvoll und gefühlvoll getanzt, das ist reine Technik: die Sprünge hoch und präzise, mit vollem Einsatz. Iana Salenko hatte selbstverständlich im ersten Akt ein anderes Energieniveau als Krasina Pavlova, das hat etwas damit zu tun, dass Krasina Pavlova ihr Rollendebut hatte und das zweitens einfach sehr unterschiedliche Tänzerpersönlichkeiten sind. Krasina Pavlova ist nun mal etwas zurück genommener und das muss nicht immer ein Nachteil sein.

Nun wird gelegentlich in Kritiken darauf hingewiesen, dass Iana Salenko und Marian Walter nun mal verheiratet sind und sie deshalb per se eine besondere Energie auf der Bühne haben. Ich glaube derweil nicht, dass das der Fall ist. Tänzer sind darstellende Künstler. Sie sind es gewöhnt, auf der Bühne mit zwischenmenschlichen Energien und Gefühlen zu arbeiten. Wenn die Gefühle in Wahrheit nicht vorhanden sind, dann werden sie eben für die Aufführungsdauer simuliert. Das geht natürlich mit manchen Partnern besser als mit anderen, und es hängt auch von der Tagesform ab – auch bei Leuten, die eine private Verbindung haben. Also meine Zuschauererfahrung: Ich habe drei Aufführungen von Schwanensee mit Mikhail Kaniskin und Polina Semionova. In jeder Aufführung war die Energie zwischen den beiden eine völlig andere und je nachdem sieht man dann eine andere Aufführung. Ich habe Iana Salenko, ebenfalls in Schwanensee mit Marian Walter, Dinu Tamazlacaru und Rainer Krenstetter gesehen. Ich kann nicht behaupten, dass die Energie auf der Bühne zwischen Marian Walter und ihr sich grundsätzlich wahnsinnig von der Energie mit den beiden anderen Partnern unterschieden hätte.

Aber natürlich nimmt man als Zuschauer Intensitäten wahr. Und am Montag Abed haben die beiden eben aus dem Dornröschen Pas de deux rausgeholt, was aus dem Pas de deux rauszuholen ist. Das hat nicht notwendigerweise etwas mit der privaten Verbindung zu tun, sondern es hat etwas damit zu tun, was für die beiden an diesem spezifischen Abend drin war und man kann argumentieren, dass zwei Leute, die miteinander verheiratet sind und dadurch schon ein sehr breit gefächertes Spektrum an Gefühlen miteinander erleben, mehr aktivieren können als andere. Es ist aber nicht selbstverständlich, dass das Potential dann auch an jedem Abend abgerufen wird. Aber am Ostermontag waren sie sicher nah am Maximum. Ich sehe jedenfalls nicht, dass das viel besser gehen könnte. Nun gut, man bewegt sich da in einem esoterischen Bereich von Energien und so weiter. Verständlicher ist es vielleicht, von Konzentration zu reden, vielleicht auch von Liebe, weil Liebe nichts anderes ist als eine spezifische Art der Konzentration, die man im allgemeinen und ein Bühnenkünstler im besonderen auch dann aktivieren kann, wenn keine private Liebesbeziehung vorhanden ist. Die beiden haben das aktiviert für die Zeit, die dieses Pas de deux nun mal dauert, das überträgt sich tatsächlich direkt auf den Zuschauer und sowas sieht man nicht alle Tage. Ob man es sieht, hat aber naturgemäß auch etwas damit zu tun, wie man als Zuschauer die Aufführung betrachtet, denn wie bei Tänzern auch, schwankt auch die Tagesform, Aufnahmefähigkeit und Offenheit von Zuschauern. Ein Zuschauer, der mit Themen außerhalb des Balletts intensiv beschäftigt ist und das mit in den Zuschauerraum nimmt, wird bestimmte Dinge nicht sehen können, das ist völlig normal und hängt eben von jedem einzelnen Zuschauer ab.

Alles in allem finde ich den Abend nach wie vor gelungen, gerade weil nicht alles, was an Bewegungen gezeigt wird sofort zugänglich ist. Und ich bin auch zuversichtlich: Rishat Yulbarisov wird mit der Zeit noch lernen, dass man dem Publikum beim Schlussapplaus nicht den Rücken zuwendet.

Advertisements
No comments yet

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: