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Yoga als Performance

Mai 11, 2016

 

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Krishnamacharya (hinten stehend) & Yogaperformer.

Im Rahmen der Lektüre von Mark Singletons „Yoga Body“, bemerkte ich, wie mein Hirn einen Zusammenhang zwischen Yoga und Performance herstellte. Der Zusammenhang ist relativ naheliegend, ich hatte nur nicht erwartet, dass er sich im Zuge der Lektüre eines doch eher wissenschaftlichen – und bisweilen recht trockenen – Buches über die Ursprünge der heutigen „Posture Practice“, die wir unter dem Begriff „Yoga“ kennen, aufdrängen würde.

Als ich dann im Internet ein bisschen herumrecherchierte, fiel mir auf, dass das Thema offenbar relativ kontrovers ist. Eine zeitgenössische Yogaperformerin wäre beispielsweie Tara Stiles, die vor nicht allzu langer Zeit in einer Art Aquarium durch eine amerikanische Großstadt fuhr und Yogaübungen zeigte, um Werbung für irgendeine Hotelkette zu machen.

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052814 Yoga in a box. Tara Stiles launches clothing line by performing yoga inside a truck with glass window. W hotel 47 lexington ave. PH: Michael Sofronski

Tara Stiles ist, so kommt es mir vor, die Avantgarde der aktuellen „Yoga als Performance“ Szene. Sie war eine der ersten, die youtube Yogakurse angeboten hat, hat eine Menge Bücher mit Titeln wie „sexy slim Yoga“ veröffentlicht, macht aber, wenn man sie in Interviews sieht, einen recht bodenständigen Eindruck. Als Guruin wäre sie für mich völlig ungeeignet. Ihr Sinn für Performance rührt vermutlich daher, dass sie eine ehemalige Balletttänzerin ist und in ihren Videos gelegentlich in die Tänzerinnenfalle läuft, zu glauben, dass Übungen, die erhebliche Flexibilität erfordern, eigentlich für alle ein Klacks sind, was natürlich nicht so ist. Was mir Tara Stiles sympathisch macht, ist dass es ihr offenkundig scheißegal ist, was andere von ihr denken, und das finde ich ja meistens bewundernswert.

Dann stieß ich auf youtube auf ein Video, in dem Kathryn Budig mit einem männlichen Kollegen zu Discomusik ein paar Asanas ausführt. Der Titel des youtube Videos war „amazing Yogaperformance by Kathryn Budig and XY“. Den Namen von XY habe ich vergessen, und an Kathryn Budig erinnere ich mich nur, weil eine eher unsympathische Interessengruppe namens „Yoga and Body Image Coalition“ einen „Say no to Kathryn Budig“ hashtag auf twitter gestartet hatte, was verständlicherweise bei Kathryn Budig auf wenig Begeisterung stieß. Sie bloggte also einen Artikel darüber, dass sie sich persönlich angegriffen fühlte,.der von Soziologin Melanie Klein damit gekontert wurde, dass das alles ja gar nicht persönlich gemeint sei, sondern es um „white privilege“ ginge und so weiter und so weiter, wobei Melanie Klein zwischen den Zeilen schulmeisterlich durchklingen ließ, dass sie Kathryn Budig eigentlich für eine ungebildete Pute hält.

Ich nehme an, was die Yoga and Body Image Coalition an Kathryn Budig stört, ist vor allem, dass sie eine Werbekampagne für Zehensocken gestartet hat, die so aussieht:

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Ich persönlich finde das ja ganz hübsch, aber ich bin auch ein Mann. Männer finden die ganze Diskussion eher amüsant, wie man es eben manchmal amüsant findet, wenn Frauen unter dem Deckmantel des Feminismus andere Frauen fertig machen, wobei ich gestehen muss, dass ich relativ entsetzt über die Vorgehensweise war, erst einen Hasshashtag bei Twitter zu starten, und das dann mit einem pseudowissenschaftlichen Universitätsdiskurs zu rechtfertigen. In meinem Wertesystem muss man sich schon bikramartige Fehltritte leisten, um auf der Bösartigkeitsskale da drüber zu kommen. Und im Gegensatz zu Melanie Klein macht Kathryn Budig tatsächlich durchaus hilfreiche Online Yogavideos.

Fall 3 ist das berühmte Equinox Video von Briohny Smyth, in dem man Yoga als Performance in Perfektion sehen kann:

Eine häufige Reaktion auf die erwähnten Aktivitäten der drei jungen Damen ist, dass „das doch nichts mit Yoga zu tun hat.“. Und damit sind wir bei Mark Singleton.

Gehen wir zurück zu den Anfängen des Yoga. Natürlich wissen wir alle, dass es sich dabei um eine Praxis handelt, die mindestens fünftausend Jahre alt ist, also auf eine lange Tradition zurück greifen kann, weil es irgendwelche Steinreliefs gibt, die irgendwelche Leute in einer Yogahaltung zeigen. In den vergleichenden Religionswissenschaften ist es allerdings mittlerweile wohl mehr oder weniger Konsens, dass sich Yoga, wie wir es heute verstehen, höchstens hundert Jahre zurück verfolgen lässt.

Die beiden wesentlichen Yogis, die so etwas wie einen Anfang markieren wären Paramahansa Yogananda und Tirumalai Krishnamacharya. Yoganandas Tradition lässt sich zu einem gewissen Mahavatar Babaji zurück verfolgen, eine eher mythische Gestalt, angeblich ein Avatar des Gottes Shiva. Faktisch lässt sich das Ganze nach meinem Kenntnisstand nicht viel weiter nachvollziehen als bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Krishnamacharyas Tradition ist ähnlich obskur. Eigentlich ein studierter Mann, erhielt Krishnamacharya seine Yogaausbildung anscheinend in Tibet, dabei stieß er auf einen uralten Yogatext, den er auswendig lernte und der anschließend von Ameisen (!) aufgefressen wurde. Mir scheint die Annahme naheliegend, dass sich unsere beiden Protagonisten auf Traditionen beziehen, die zumindest durch mündliche Überlieferung sicher älter sind. Das ist natürlich Spekulation, aber irgendwoher müssen Krishnamacharyas Lehrer die ganzen Asanas ja haben.

Die Frage selbst scheint auch nur insofern von Interesse, dass sich unterschiedliche Yogaschulen eben auf eine irgendwie „authentische“ Tradition berufen. Die Frage der Authentizität ist dabei vor allem in Bezug auf Autorität, die beansprucht wird, bedeutend. Diese Autorität ist im Endeffekt vor allem ein Marktvorteil gegenüber Schulen, die sich weniger traditionsbewusst präsentieren. Das mit der Tradition klappt manchmal (siehe Jivamukti), aber man kommt auch ohne durch (siehe Tara Stiles).

Meine Arbeitsthese ist für den Moment, dass Yogananda und Krishnamacharya zwei Pole markieren, die vielleicht eine Möglichkeit bieten, den Konflikt zwischen Spiritualität und Fitnessübung besser zu verstehen. Yogananda war nach Vivekananda der zweite wichtige indische Gelehrte, der nach Amerika ging, und er war letztlich wohl einflussreicher, nicht zuletzt durch das berühmt gewordene Buch „Autobiography of a Yogi“, anscheinend das Lieblingsbuch von Steve Jobs, auch wenn das nicht unbedingt für das Buch spricht.

Ähnlich  wie bei Vivekananda war Yoganandas Fokus eher auf Yoga als „spirituelle Wissenschaft“. Vom Performancestandpunkt aus, waren Yoganandas öffentliche Yogademonstrationen eher Vorträge und Meditiationsbeispiele, mit den oft gehörten Yogatricks, wie verlangsamen des Herzschlags bis zum Herzstillstand und ähnliches, und damit nicht besonders ergiebig für meine Zwecke hier. Tara Stiles würde mit sowas wohl keine Katze hinterm Ofen hervorlocken. Anders als Vivekananda hatte Yogananda aber kein Problem mit Hatha Yoga, sondern empfahl eine Asanapraxis als Vorbereitung auf die Meditation.

Im Performancezusammenhang ist Yogananda eher wichtig, weil er einen Bruder hatte, der sich keinen Yoganamen zulegte, sondern Zeit seines Lebens unter dem Namen Bishnu Ghosh durch die Welt zog.

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Bishnu Ghosh unternahm ebenfalls Ausflüge nach Amerika. Sein Bruder, Yogananda, war gleichzeitig sein Guru, der ihn in Yoga unterwies. Bishnu Ghosh ist aber weniger für seinen Beitrag zur spirituellen Seite des Yoga in Erinnerung geblieben, sondern er war Bodybuilder, entwickelte (oder fand vor) ein System von 84 Asanas (die Anzahl an Asanas, die in der Hatha Yoga Pradipika, einem Text, vermutlich aus dem 16. Jahrhundert, offiziell genannt wird), eine Praxis, die er durch Gewichttraining unterstützte. Sein wichtigster Schüler war bekanntlich Bikram Choudhury, und es gibt Filmaufnahmen von Bikram Choudhury, wie er als junger Mann auf einem Nagelbett liegend von einem Motorrad überfahren wird. Und damit sind wir im Performancebereich angekommen. Dabei ist unklar, ob es tatsächlich sinnige Verknüpfungen zu Kunstdisziplinen wie Bodyart oder dem Wiener Aktionismus gibt, oder ob es nicht naheliegender wäre, spektakuläre Yogaaktionen wie die von Bikram mit Magiekünstlern wie David Blaine in Zusammenhang zu bringen. Gemeinsamkeiten gibt es sicher mit beiden Performanceformen – Kunstperformance und Bühnenmagie.

Yoga als spirituelle Disziplin im Westen kann man letztlich sehr einfach und klar auf Vivekananda und Yogananda zurückführen. Betrachtet man Yoga als Performance, dann ist der spirituelle Aspekt lediglich Mittel zum Zweck, um die Konzentration aufzubringen, bestimmte Kunststücke, die ein Publikum beeindrucken sollen, unbeschadet zu überstehen. Die Kunststücke wiederum dienten dazu, ein Publikum von den erstaunlichen Effekten einer Hatha Yoga Praxis zu überzeugen. Um zu machen, was Briohny Smyth in dem Equinox Video macht, muss man ja schon was können.

Bikram Yoga ist heute die einzige mir bekannte Yogarichtung, in der der Performanceaspekt aus vollem Herzen unterstützt wird. Die Initiative, Yogawettbewerbe zu veranstalten, ging von Bikram Choudhury, bzw. von seiner Frau (bald Ex-Frau) Rajashree Choudhury aus. Der Rest der Yogacommunity betrachtet das ganze eher skeptisch, aber Yogawettbewerbe berufen sich zumindest auf die Tradition indischer Hathayogis, die eben auch auf eine Geschichte dessen zurück schauen, was wir heute wohl „Kleinkunst“ nennen würden. Tricks, die auf der Straße gezeigt wurden, um Spenden einzusammeln.

Hatha Yoga hatte zu der Zeit – Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts – in Indien einen denkbar schlechten Ruf, wodurch sich auch Vivekanandas vehemente Ablehnung von Hatha Yoga erklärt. Yogis wurden im allgemeinen als Penner und Asoziale angesehen, und die Yogis selbst taten anscheinend wenig, um ihrem schlechten Ruf etwas entgegen zu setzen. Tatsächlich beriefen sie sich auf eine Tradition des Straßenräubertums, das mit der hehren Yogaphilosophie eines Yogananda so gar nichts zu tun hatte.

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Die Verknüpfung fand dann mutmaßlich durch Krishnamacharya statt.

Das indische Selbstbewusstsein litt Anfang des 20. Jahrhunderts unter der britischen Kolonialherrschaft, und vor allem der indische Mann sah sich selbst als verweichlichten Schwächling, der der britischen Macht rein körperlich wenig entgegen zu setzen hatte. In diesem Umfeld entstand ein Fitnesstrend, in dessen Zuammenhang man die Bodybuildingbemühungen von Bishnu Ghosh und anderen zu sehen hat. Yoga war dabei in der Regel kein Teil der Übungspraxis, sondern man nutzte eher Fitnesssysteme, die aus Europa kamen. Ziel war eine nationale Mobilmachung nach europäischem Vorbild, um den Kampf gegen die britischen Besatzer aufnehmen zu können.

Krishnamacharya erregte derweil die Aufmerksamkeit des Maharadja von Mysore, der in seinem Palast mehrere Lehrer beschäftigte, die sich um die körperliche und geistige Bildung einiger Jugendlicher zu kümmern hatten (unter anderem die Kinder des Maharadjas), und wurde engagiert, um die Jugendlichen in Yoga zu unterrichten. Yoga war deshalb von Interesse, weil es eben eine indische Tradition war, die im Rahmen nationalistischer Unabhängigkeitsbestrebungen interessant wurde. Und so begann Krishnamacharya mit seinen Schülern durch Indien zu touren, um Yogavorstellungen zu geben, die letztlich indische Männer dazu bringen sollten, sich durch Yoga fit für den Kampf gegen die Briten zu machen. Dabei wurde das Yogasystem, das Krishnamacharya vorstellte, von westlichen Fitnessdisziplinen durchaus beeinflusst. Eine Abfolge gymnastischer Übungen fließend aneinander zu reihen findet sich auch in Fitnessübungen dänischer Prägung, die in Indien zu der Zeit sehr populär waren.

Für Krishnamacharya hatte der fließende Übergang von einer Asana zur nächsten auch theatrale Gründe, weil es so leichter war, mehrere Übende dazu zu bringen, die Übungen synchron vorzuführen. Das, was im Ashtanga Yoga als besonders ursprünglich angesehen wird – das fließende Ausführen einer Asanasequenz – wurde so, laut Singleton, erst in den 20er Jahren des 20sten Jahrhunderts entwickelt. Der Grund war, eine Form zu finden, die performancetauglich war, und die deshalb auch möglichst viele möglichst spektakuläre Asanas beinhalten sollte, so dass die Zuschauer hoffentlich die Reaktion hatten: das will ich auch können! Das Gewicht lag weniger auf einem gesundheitlichen Nutzen als darauf, eine möglichst spektakuläre Show bieten zu können. Dabei wurden die Asanas in drei Schwierigkeitsgrade eingeteilt: Beginner, Intermediate, Advanced, eine Einteilung, die Ashtanga Übenden bekannt vorkokmmen dürfte.

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Das zweite, was Krishnamacharya machte, war, Hatha Yoga mit der Yogasutra des Patanjali in Verbindung zu bringen. Patanjali war durch Vivekananda in Indien wieder salonfähig geworden, und so war es möglich, Hatha Yoga nicht nur als körperliche Disziplin der Öffentlichkeit zu präsentieren, sondern auch – ob berechtigt oder nicht – mit einer indischen Denkschule zu verknüpfen die allgemein respektiert wurde. Ich nehme an, dass Krishnamacharya tatsächlich an Yogaphilosophie interessiert war, obwohl sein vielleicht bekanntester Schüler, BKS Iyengar, später erklärte, ihm gegenüber habe Krishnamacharya nie über Yogaphilosophie gesprochen, sondern es ging ausschließlich um knallhartes körperliches Training. Iyengar, von Krankheiten geplagt, hatte derweil seine eigene Agenda, auch wenn er wie Pathabi Jois Teil von Krishnamacharyas Yoga Performancegruppe war.

Was im Westen ankam, waren einerseits die körperlichen Ertüchtigungstechniken von Krishnamacharya (über Iyengar, Pathabi Jois, Indra Devi, Desikachar) und Bishnu Ghosh (Bikram), die wiederum auf das Meditationsyoga von Yogananda trafen. Das Problem war, dass beides Yoga hieß, also irgendwie miteinander verwandt sein musste, was möglicherweise die Verwirrung in der Yogakultur heute erklärt. Die Unterscheidung in Kriya Yoga (oder bei Vivekananda Raja Yoga) und Hatha Yoga, war vermutlich zu speziell und wird heute ja auch eher selten gemacht. Die mangelnde Differenzierung mag sich auch dadurch erklären, dass Hatha Yoga, zumindest theoretisch laut Hatha Yoga Pradipika, Raja Yoga als Ziel hat, aber die Yogaphilosophie hat zunächst mit dem Performanceaspekt einer ordentlichen Asanapraxis wenig zu tun und ist dafür auch nicht unbedingt notwendig.

Wie dem auch sei, der Performanceaspekt, der bereits in der Tradition des Hatha Yoga verwurzelt ist, lebt heute zweifellos in der Instagramm-Yoga und Youtube-Yoga Kultur fort. Ebenso kann man die von einigen Interessenverbänden kritisierte, mediale Darstellung von Yoga durch meist höchst attraktive, weibliche Yoginis darauf zurückführen. Damit Yoga als Performance ernsthaft funktioniert, ist es notwendig, dass die Asanas möglichst korrekt und spektakulär ausgeführt werden. Es ist sicher ein wichtiger Werbeaspekt für weibliche Yogakundinnen, mehr oder weniger ideale Frauen zu sehen, die unglaubliche Verrenkungen durchführen. Der Effekt, den Krishnamacharya durch seine Aufführungen bei indischen Männern erzeugen wollte – nämlich, dass sie anfangen, Yoga zu üben, tritt heute bei westlichen Frauen genau so ein. Männer sind beim Yogieren im Westen nach wie vor in der Minderheit.

Dabei fällt auf, dass Yoga bei Instagramm und Youtube fast schon zu einem eigenen Genre geworden ist. In einem Livekontext ist Yoga meist eher Übungs-Praxis. Der Yogaunterricht ist natürlich wie jeder Unterricht, eine Performancesituation, aber das ist mir an dem Punkt zu allgemein. Die Aufführungen von Krishnamacharyas Truppe waren in einem sehr engen Sinn Theateraufführungen. Die Yogapraxis heute ist eher Training, während die Performance dann über elektronische Medien stattfindet, und wie die Straßenyogis von Kalkutta, hoffen auch die Instagrammyogis und Youtubeyogis, ein bisschen Geld mit ihrer Kunst zu verdienen, was manchen sogar ganz gut gelingt.

Die zeitgenössischen Yogaperformer sind zu einem sehr großen Teil auch Yogalehrer, und ich glaube, dass diese Verknüpfung von Performance und Unterricht an Yoga recht speziell ist. Die Performance auf Instagramm und auf Youtube ist letztlich, genauso wie die Performances von Krishnamacharya, Bishnu Ghosh oder Bikram, Werbung dafür, dass der Zuschauer dann bei dem Performer in die Lehre geht.

Ist das authentisch? Nun, diese Form von öffentlich aufgeführten Asanas ist zumindest im Einklang mit dem, was Krishnamacharya, Hatha Yogis und Bodybuilder aus Indien angestoßen haben. Die Motivation ist heute freilich eine andere, zum einen geht es um Geld, aber auch um Gesundheit, Fitness und so etwas wie geistige Fähigkeiten zur Konzentration, jedenfalls spielen nationalistische Mobilmachungsbestrebungen eher keine Rolle mehr (außer vielleicht neuerdings wieder in Indien). Gerade der Geldaspekt wird gelegentlich kritisiert, und ich selbst merke, dass ich das auch eher skeptisch betrachte. Andererseits ist es schwierig, eine Hathayogapraxis als Lehrer anzubieten oder als Schüler aufzunehmen, und die unangenehmen Begleiterscheinungen – Kommerzialisierung und Körperkult – dann von einem Yogananda Kriyayogastandpunkt aus zu kritisieren. Das heißt nicht, dass ich der Meinung bin, das aktuelle Kommerzchaos im Hathayogabusiness wäre nicht kritisierbar, sondern lediglich, dass ich die Argumentation, das habe „mit Yoga eigentlich nichts zu tun“, problematisch finde, denn, ob es einem gefällt oder nicht, das alles hat mit Yoga sehr viel zu tun.

 

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